Des einen Freud, des anderen Leid. Während sich meine Mitbewohner über den Schnee freuen, bin ich nicht so begeistert. Schon die letzten Tage war ich etwas schwermütig, weil der Frühling so lange auf sich warten lässt. Daher ist der Schnee für mich gerade der absolute Super-GAU.

Ramses

Seit Tagen geht mir diese Kälte so dermaßen auf die Nerven. Jeden Tag gehe ich kurz raus und muss feststellen, dass es noch nicht wärmer geworden ist. Nimmt denn dieser Winter überhaupt kein Ende?

Vielleicht hätte ich doch in Spanien bleiben sollen. Da kann man sich jetzt bestimmt schön in der Sonne aalen. Im Moment hab ich auf gar nichts mehr Lust. Am liebsten würde ich schlafen, bis das Elend vorbei ist. Warum halten Katzen eigentlich keinen Winterschlaf? Sinnvoll wäre es allemal. Was kann man als Katze schon im Winter machen? Doch eh nur schlafen. Ich hab nicht mal mehr Lust, meinen Rechten und Pflichten als WG-Chef nachzukommen. Sollen die drei doch machen, was sie wollen.

Ach, wäre jetzt Frühling, könnte ich ein wenig draussen in der Sonne liegen und mir den warmen Wind um die Nase wehen lassen. Ich könnte auf Vogeljagd gehen. Nicht, dass ich je einen Vogel gefangen hätte. Aber zu wissen, dass man es könnte, reicht doch auch schon aus. Aber die Vögel waren schlauer als ich und sind in den Süden abgehauen. Nicht mal irgendwelche Fliegen oder Spinnen sind noch zum Jagen da. Die haben sich alle vom Acker gemacht.

Ach, was schwafel ich hier rum. Interessiert doch eh keinen. Naja, trotzdem hab ich mich in meiner Langeweile eben hingesetzt und ein kleines Gedicht geschrieben. Man muss ja die Zeit bis zum Frühling irgendwie rumkriegen.

Der Frühling – Ein Wintergedicht

Die Kälte mich erzittern lässt,
der Wind mir um die Nase bläst.
Die Tage viel zu dunkel sind,
ab siebzehn Uhr wird man schon blind.
Nun fällt noch Schnee, oh was ein Graus,
da kann ich ja nicht mal mehr raus.
Den Winter, nein, den mag kein Schwein,
Da frag ich mich, muss der denn sein?

Viel lieber ich die Wärme hätt’,
dann läg ich draus im Blumenbett,
Ich tät so manche Fliege fangen,
viel mehr will ich ja nicht verlangen.
Um acht würd ich spazierengeh’n,
und könnte auch noch etwas seh’n.
Den Frühling, den mag groß und klein
Da sag ich mir, der wär’ jetzt fein.