Checkliste für den Umzug mit Katzen

Ein Umzug ist eine große Herausforderung für uns Katzen. Wir überlassen euch zwar die ganze Arbeit, stressig ist das alles für uns aber trotzdem. Schließlich ist plötzlich alles anders. Wir verlassen die Wohnung, an die wir uns in den letzten Jahren gewöhnt haben und müssen uns in der neuen Wohnung erst noch zurecht finden. Wird ein Umzug mit Katzen nicht gut geplant, kann dieser für uns sogar ein traumatisches Erlebnis sein, von dem wir uns monatelang erholen müssen.

Daher ist es wichtig, dass wir Katzen bei den Umzugsplanungen nicht vergessen werden. In diesem Beitrag möchte ich euch eine Checkliste präsentieren, die ihr als Leitfaden für euren Umzug verwenden könnt.

Vor dem Umzug

1. Neue Adresse an Tasso melden

Den leichtesten Teil der Checkliste kann man relativ schnell abhaken. Bei Tasso, dem Portal für die Hilfe bei der Suche nach entlaufenen Tieren, kann man seine neue Adresse sowohl online als auch telefonisch melden. Hierfür braucht ihr nur eure Tasso-Kenn-Nr. und den Namen eures Tieres. Solltet ihr eure Katze/n noch gar nicht dort registriert haben, solltet ihr das vor dem Umzug nachholen. Dann kann euch Tasso im seltenen Fall, dass eure Katze während des Umzugs verloren geht, direkt bei der Suche helfen.

2. Catitude oder Feliway verwenden

Habt ihr euch schon mal gefragt, warum sich eure Katze oft an euch oder den Möbeln in der Wohnung reibt? Das macht sie, um diese mit ihrem eigenen Geruch zu markieren. Dieser Geruch ist für Menschen nicht wahrnehmbar, daher ist dies vielen Menschen nicht bewußt, er enthält für uns Katzen aber wichtige Pheromone, durch die wir uns sicher und entspannt in unserer Umgebung fühlen.

Da diese Gerüche in der neuen Wohnung natürlich noch nicht vorhanden sein können, verändert sich die Umgebung für uns Katzen nicht nur räumlich, sondern auch geruchlich sehr stark. Wir Katzen können uns also nun weder an unserer Umgebung noch an den uns bekannten Gerüchen orientieren, was uns noch mehr verunsichert, wie ihr euch sicher vorstellen könnt.

Im Handel gibt es mittlerweile allerdings zwei Produkte, die diesem Effekt entgegen wirken können. Sowohl Catitude (bei Fressnapf erhältlich) als auch Feliway (über den Tierarzt erhältlich) enthalten eine Nachbildung dieses Geruchspheromons. Beide Produkte werden in eine Steckdose gesteckt und versprühen danach kontinuierlich das für uns Katzen wichtige Pheromon. Wird es bis zu einer Woche vor dem Umzug bereits in der neuen Wohnung verwendet, kann uns dies die Eingewöhnung deutlich erleichtern. Aber auch in der alten Wohnung sollte man diese Produkte verwenden. Meist entsteht ja schon Tage oder Wochen vor dem eigentlichen Umzugstag eine große Unordnung in der Wohnung, welche uns Katzen beunruhigen kann. Durch das Pheromon können wir entspannter damit umgehen.

3. Alte Katzenmöbel nicht austauschen und teilweise schon mal mit in die neue Wohnung nehmen

Gerüche gehören auch zum nächsten Punkt unserer Liste. Menschen neigen oft dazu, bei einem Umzug mit Katzen alles Mögliche neu zu kaufen und auch unsere Katzenmöbel (Betten, Kratzbäume, usw.) auszutauschen. An sich freuen wir uns natürlich immer über neue Sachen, bei einem Umzug solltet ihr aber erstmal darauf verzichten (spart ja auch Geld). Denn alle unsere Katzenmöbel sind natürlich ebenfalls mit dem bereits angesprochenen Pheromon übersät. Und mit allen möglichen anderen, uns bekannten, Gerüchen. Die möchten wir bei einem Umzug erstmal behalten, bis wir in der neuen Wohnung alles mit unserem Duft markieren konnten.

Eine gute Idee ist es auch, vorab schon mal ein paar unserer Sachen mit in die neue Wohnung zu nehmen, damit diese dort unsere Gerüche verbreiten können. Aber nicht alles mitnehmen. In der alten Wohnung brauchen wir ja auch noch genügend Schlafplätze.

4. Umzugschaos für Spiele nutzen

Während des Umzugschaos‘ hat man meist keine Lust und Zeit, ausgiebig mit uns Katzen zu spielen. Ihr solltet aber trotzdem versuchen, dies ab und zu zu machen. Denn zum Einen sind wir ja durch das Durcheinander schon etwas verunsichert und können uns besser entspannen, wenn wir zwischendurch genug Aufmerksamkeit bekommen; zum Anderen bringt ein Umzug viele Möglichkeiten mit sich, neue Spiele zu erfinden. Diese Möglichkeiten sollte man nicht ungenutzt lassen. Ihr könntet zum Beispiel ein Karton-Labyrinth bauen, wie wir es hier im Beitrag gezeigt haben.

Ramses und Brownie im Karton Labyrinth

5. Umzugstag genau planen

Der Tag des Umzugs ist auch ohne uns Katzen schon meist ein heilloses Durcheinander und muss gut geplant werden. Mit uns Katzen gibt es aber natürlich noch viel mehr zu bedenken, z.B.

  • Sind genug Transportboxen vorhanden?
  • Wo sollen wir den Tag des Umzugs verbringen?
  • Wer kümmert sich um unsere Fütterung?
  • Wie ist sichergestellt, dass wir nicht aus der Wohnung laufen können?

Wir empfehlen euch, eure Katzen am Umzugstag erst einmal in der alten Wohnung zu belassen. Hierfür solltet ihr ein Zimmer am Tag vorher bereits vollständig leerräumen. Bevor der Umzug losgeht, kommen dann die Katzen mit den Klos, Futter und genug Schlafplätzen in diesen Raum. Damit keiner der Helfer aus Versehen die Tür zu dem Raum öffnet und die Katzen rauslaufen, solltet ihr den Raum gut abschließen.

Achtung! Es gibt im Internet oft den Tipp zu lesen, dass man besonders sensible Katzen für die Dauer des Umzugs bei Freunden oder Familie unterbringen sollte. Dies kann unter gewissen Umständen sinnvoll sein. Durch das „Zwischenparken“ muss die Katze aber gleich zwei Umzüge in kurzer Zeit bewältigen und verliert eventuell sogar für ein paar Tage ihre Bezugsperson. Wir persönlich würden daher von dieser Variante abraten. Wenn eure Katze aber eher durch Lärm und Unordnung gestresst wird als durch Umgebungswechsel, kann dies die bessere Variante sein.

6. In der neuen Wohnung bereits viel fertigstellen

Meist ist ein Umzug nicht schon fertig, wenn alle Sachen in die neue Wohnung gebracht wurden. In der Regel fängt man sogar erst dann an, dort alles an die richtigen Stellen zu bringen, zu bohren, Schränke aufzubauen, usw. Aber alle diese Dinge bedeuten für uns Katzen in der neuen Wohnung zusätzlichen Stress. Wenn möglich solltet ihr also versuchen, bereits viele Dinge vorher fertigzustellen. So kann man z.B. Bretter schon vor dem Umzug an die Wand bringen oder damit bis ein paar Wochen nach dem Umzug warten.

Am Umzugstag

7. Wohin mit den Katzen?

Da wir Katzen beim Umzug eh nicht helfen können, solltet ihr uns währenddessen in einem Raum separieren. Dies hatte ich ja schon in Punkt 5 angesprochen. Es gibt dafür zwei Möglichkeiten: Entweder wir Katzen verbleiben bis zum Ende in der alten Wohnung und werden dort in einen Raum mit Futter, Klos und allem anderen Notwendigen gesperrt. Oder wir ziehen als Erstes um und bekommen in der neuen Wohnung einen Raum, in dem wir langsam ankommen können.

Bei sehr sensiblen Katzen sollte eine, wenn möglich bekannte, Person diesen Tag mit im Raum verbleiben.

Wichtig ist es, darauf zu achten, dass eure Katze nicht aus dem Raum heraus kann. Das hatte ich ja schon geschrieben. Im Normalfall ist bei einem Umzug die Wohnungstür die ganze Zeit geöffnet, so dass die Katze ohne Probleme aus der Wohnung verschwinden könnte. Dann kommt zum Umzugsstress noch die Suchaktion. Das braucht doch keiner, oder?

8. Erstmal nur in einen Raum der neuen Wohnung

In der neuen Wohnung ist es hilfreich, wenn wir Katzen erstmal nur einen Raum zur Verfügung bekommen. Der wird für uns eh schon furchteinflößend und ungewohnt genug sein. Wenn wir direkt die ganze Wohnung erkunden können, kann das zuviel für uns sein und wir haben gar keinen Bezugspunkt und keinen Rückzugsort mehr.

Besser ist es daher, einen Raum so für uns Katzen herzurichten, dass wir dort 1-2 Tage verbringen können. Am besten sollte es in dem Raum auch ein paar Versteckmöglichkeiten geben, falls wir doch so viel Angst haben, dass wir uns erstmal richtig verstecken wollen. Dafür eignen sich natürlich wie immer sehr gut Kartons. Wenn ihr merkt, dass eure Katze nach ein paar Stunden schon total entspannt und neugierig ist, könnt ihr sie selbstverständlich schon die ganze Wohnung erkunden lassen.

Nach dem Umzug

9. Ruhe bewahren

Wir Katzen reagieren unterschiedlich auf eine so große Umstellung wie einen Umzug. Manche Katzen erkunden sofort ihr neues Reich und scheinen nach wenigen Stunden bereits „angekommen“ zu sein. Ich tippe mal, dass Ramses genau das machen wird. Andere Katzen dagegen – so wie ich, das muss ich zugeben – verkriechen sich erst mal ein paar Tage und kommen nur langsam aus ihrem Versteck (dann meistens nachts), um alles in Ruhe zu beschnuppern.

Egal wie deine Katze reagiert, nach dem Umzug ist auf jeden Fall eins wichtig, nämlich, dass der Mensch selber Ruhe bewahrt. Es gibt nichts Schlimmeres für eine verunsicherte, gestresste Katze als ein genauso verunsicherter, gestresster Mensch. Gib deiner Katze das Gefühl, dass sie nichts zu befürchten hat, indem du selber Ruhe und Gelassenheit ausstrahlst. Dafür gibt es übrigens Baldrian in der Apotheke oder Drogerie. Auf euch Menschen hat das ja im Gegensatz zu uns eher eine beruhigende Wirkung. Lass deine Katze in ihrem Versteck. Versuche nicht, sie dort herauszuholen. Sie braucht die Zeit für sich und wird aus ihrem Versteck genau dann rauskommen, wenn sie dazu bereit ist. Natürlich kann man als Mensch der Katze ein wenig helfen, indem man sich in der Nähe des Verstecks aufhält, mit der Katze spricht und ihr so vermittelt, dass sie nicht alleine ist. Aber mehr solltet ihr nicht machen. Geht lieber in Ruhe Kartons auspacken.

10. Die Wohnung zeigen

Zeigt deine Katze Interesse daran, ihr neues zuhause zu erkunden, kannst du sie dabei begleiten und ihr die neuen Plätze und Räume zeigen. Auch über Leckerlis während des Erkundens wird sie sich sicher nicht beschweren. Allerdings sind wir manchmal viel zu aufgeregt, um diese zu fressen. Auch hier gilt, die Katze nie zu drängen, sondern in ihrem Tempo mitzugehen.

11. Lärm vermeiden

Natürlich wird es sich nicht vermeiden lassen, auch nach dem Umzug beim Einrichten der Wohnung Lärm zu machen. Denn es sollen ja Bilder an die Wand, alles muss an die richtige Stelle geschoben werden und der böse, laute Bohrer wird natürlich für den neuen Catwalk benötigt. Aber solchen Lärm finden wir Katzen total doof. Gerade während wir die neue Wohnung erkunden, kann uns das sehr stören und beinträchtigen. Wenn möglich, versucht also, alles auf einmal zu machen und nicht an jedem Tag ein bisschen. So haben wir dann nur einmal Stress mit dem Lärm und nicht immer wieder. Oder ihr wartet einige Zeit, ca. 1-2 Wochen, bis wir uns gut eingelebt haben. Dann kommen wir mit dem Lärm schon wieder deutlich besser zu recht und freuen uns dann direkt, wenn wir den neuen Catwalk auch noch in Beschlag nehmen können.

So, das waren unsere Tipps, die wir bei unserem Umzug mit Katzen auch so gut wie möglich umsetzen werden. Falls ihr noch andere Tipps und Erfahrungswerte habt, dann schreibt uns gerne einen Kommentar.

Von |2017-01-30T14:39:17+02:0014.Oktober.2015|Kategorien: Einrichtungstipps|Schlagwörter: |4 Kommentare


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Autor:

Brownie
Brownie lebt seit 2010 mit in der Katzen-WG. Sie schreibt über allgemeine Themen, sowie ihre Revolutionsgruppe 'Ramses? Nein, danke!' Erreichen könnt ihr Brownie unter brownie (at) schnurrinchen.de

4 Comments

  1. Avatar
    Jules 14. Oktober 2015 um 21:13 Uhr - Antworten

    Toller Beitrag, Brownie! .-)

  2. Avatar
    Coco und Nanju 14. Oktober 2015 um 22:30 Uhr - Antworten

    Wieder mal ein super und interessanter Beitrag.
    Wir drücken euch die Daumen, dass der Umzug gut klappt und ihr euch gut einlebt.

    Ganz viele liebe Grüße
    Coco und Nanju

  3. Avatar
    Bärbel von Lieblingskatze 21. Oktober 2015 um 15:34 Uhr - Antworten

    Ein toller Artikel, du hast wirklich an alles gedacht! Die Ummeldung bei Tasso zum Beispiel kann man im Umzugsstress leicht vergessen. Eine sehr gute Idee, dass noch vor dem Umzug zu erledigen.

    Liebe Grüße

    Bärbel

  4. Avatar
    Banyo Aynası 24. November 2017 um 20:14 Uhr - Antworten

    Ein Artikel den ich gerne gelesen habe. Danke für die Mühe, die Sie gemacht haben, um das alles zusammenzutragen.

    MfG Banyo

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