In den letzten Tagen hab ich mir, wie von Quietschie und Yuki gefordert, Gedanken darüber gemacht, wie es hier in der WG aussehen soll, wenn ich der neue Chef werden sollte. Eigentlich wollte ich ja nur Ramses loswerden und dachte, dass das dann schon von alleine laufen würde. Aber scheinbar sind die anderen doch nicht so leicht zu überzeugen.

Hier nun mein 7-Punkte-Plan für die Zeit nach Ramses‘ Abgang:

1. Die Fitnesstrainerin erhält erweiterte Kompetenzen und wird sich von nun an um unsere Verpflegung kümmern. Dazu gehören:

  • 3 normale Mahlzeiten am Tag
  • 1-2 außerordentliche Mahlzeiten am Tag je nach Hungerlage
  • Mindestens 2 Leckerligaben pro Tag mit Leckerlis nach unserer Wahl; jede Katze darf abwechselnd entscheiden, welche Leckerlis verwendet werden. Von dieser Regel ausgenommen ist Ramses. Er muss fressen, was auf den Tisch kommt.

2. Die Bildungsausgaben werden drastisch erhöht. Das bedeutet, dass pro Monat ein neues Fummelbrett angeschafft wird. Selbstredend müssen diese von mal zu mal schwieriger werden, um einen Trainingseffekt zu erzielen. Ramses ist für die regelmäßige Befüllung der Fummelbretter zuständig.

3. Die Militärausgaben werden auf 0 abgesenkt. Es werden keine neuen Kratzbretter oder anderwertigen Dinge mehr angeschafft, die zum Schärfen der Krallen genutzt werden können. So wird verhindert, dass Ramses seine neu gewonne Freizeit dazu nutzen kann, sich auf eine Gegenrevolution vorzubereiten. An der Benutzung der bereits vorhandenen Kratzmöglichkeiten muss Ramses gehindert werden.

4. Die Gemeinschaft wird bei uns groß geschrieben. Jeden Tag wird um 10 Uhr morgens eine Versammlung abgehalten, in der ich die Aufgaben des Tages verteile. Yuki und Quietschie erhalten ein Vetorecht, Ramses muss tun, was ihm von mir aufgetragen wird.

5. Sport ist wichtig für das seelische Wohlbefinden. Daher wird jeden Abend ausgiebig gespielt. Sollte die Fitnesstrainerin einmal verhindert sein, muss Ramses sich um das Unterhaltungsprogramm kümmern.

6. Arbeit ist doof und wird daher in der WG ab sofort verboten. Jede Katze darf zu jeder Zeit des Tages (außer um 10 Uhr morgens, siehe Punkt 4) tun und lassen, was sie will. Ausgenommen von dieser Regel ist Ramses. Einer muss ja den Shop am Laufen halten.

7. Sollte in der WG einmal eine Situation auftreten, die mit den in den Punkten 1-6 beschriebenen Rechten und Pflichten nicht zu klären ist, liegt die Entscheidungsgewalt darüber, wie mit dieser Situation umzugehen ist, in meiner Pfote. Ich bin ja schließlich nicht umsonst der Chef der WG.

Den Plan werde ich heute abend in der WG vorstellen. Ich denke, ihr gebt mir Recht, dass dann meiner Wahl zum Chef der WG nichts mehr im Wege steht.


Die ganze Geschichte:

Ramses? Nein, danke!