Heute möchte ich mich mal wieder meinem Lieblingsthema widmen, das in letzter Zeit hier im Blog viel zu kurz gekommen ist, nämlich den Leckerlis für Katzen. Wie ihr wisst, bin ich ein richtiges Schleckermäulchen, das keine Gelegenheit für einen kleinen Snack auslässt. Trotzdem war ich in den letzten Wochen die üblichen Leckerlis ein wenig leid und wollte etwas Neues ausprobieren. So bin ich auf die Methode gestoßen, Fleisch zu dörren. Das klang interessant und nach einer prima Gelegenheit Leckerlis selber zu machen.

Was ist Fleisch dörren?

Beim Fleischdörren wird das Fleisch auf niedriger Stufe erhitzt, damit die Flüssigkeit aus dem Fleisch verdunstet. Je nach Fleischsorte dauert dieser Vorgang mehrere Stunden. Möglich ist das Dörren im Prinzip mit allen Fleischsorten. Es sollte nur nicht zu fettig sein, da sich Fett nicht dörren lässt. Wenn das Fleisch vollständig getrocknet ist, ist es mehrere Wochen haltbar.

Für den Menschen kennt man das Dörren eher mit Gemüse und Obst; vor allem gedörrte Gemüsechips werden immer beliebter. Für uns Katzen muss es aber natürlich Fleisch sein.

Das richtige Gerät

Es gibt zwei Möglichkeiten, selber Fleisch zu dörren:

  • Im Backofen: Bei dieser Variante wird das Fleisch zum Dörren in den Backofen gelegt. Der Ofen wird auf 50° eingestellt und die Tür leicht geöffnet, damit die Feuchtigkeit aus dem Backofen entweichen kann. Manche Backöfen haben eigene Dörrprogramme. Diese Funktion ist aber leider eher selten, da das Dörren in Deutschland noch nicht so beliebt ist.
  • Im Dörrautomat: Für das Dörren gibt es aber auch spezielle Dörrautomaten. Diese gibt es mittlerweile in jedem größeren Elektrofachhandel oder im Internet zu kaufen. Sie sind auch gar nicht so teuer, wie man meinen könnte; außer natürlich, ihr kauft gleich die Luxusvariante XXL. 😉

Falls ihr das erste Mal dörrt und euch noch nicht sicher seid, ob eure Katzen das gedörrte Fleisch mögen, empfehlen wir, es erstmal mit dem Backofen zu probieren. Entscheidet ihr euch danach, öfter zu Dörren, lohnt sich aber der Kauf eines Dörrautomaten. Dieser verbraucht im Vergleich zum Backofen deutlich weniger Strom und ihr blockiert während des mehrstündigen Dörrvorgangs nicht den Backofen.

Wir haben uns für einen Dörrautomaten von Klarstein entschieden und sind damit sehr zufrieden. Der ist derzeit nicht mehr verfügbar, aber dieser hier ist ähnlich vom Preis und bietet sogar mehr Platz. Wir haben unsere Fitnesstrainerin darin auch ein paar Mal Obst und Gemüse dörren lassen. Das hat ihr genauso gut geschmeckt, wie uns das gedörrte Fleisch.

Dörrautomat Klarstein

Gedörrte Leckerlis selber machen

Beim Einkauf fürs Dörren solltet ihr daran denken, größere Mengen zu kaufen. Da jeder Dörrvorgang recht viel Strom verbraucht, ist es sinnvoll, den Dörrautomaten bzw. Backofen komplett auszunutzen. Außerdem schrumpft das Fleisch durch den Flüssigkeitsverlust deutlich zusammen. Wenn ihr genug eingekauft habt, seid ihr nachher nicht über die kleine Ausbeute enttäuscht.

Vergessen dürft ihr natürlich auch nicht, dass ihr während der Vorbereitung des Dörrens bettelnde Katzen um euch rum haben werdet und ihr schon das eine oder andere Stück verfüttern müsst. So sind wir Katzen nun mal. Gegen unsere Natur können wir nichts, auch wenn ihr gerade für uns Leckerlis herstellt.

Alle warten auf Leckerlis

Für das Dörren wird das Fleisch in dünne Scheiben geschnitten. Je dünner, desto besser. Das erfordert am Anfang etwas Übung. Es ist aber auch nicht schlimm, wenn die Scheiben etwas dicker geschnitten sind. Dann dauert der Dörrvorgang nur ein bisschen länger. Bei unserem ersten Versuch haben wir eine Hähnchenbrust und ein Rinderfilet verwendet.

Leckerlis selber machen

Das Dörren dauert ca. 6-8 Stunden. Die Zeit ist abhängig von der Fleischsorte und der Dicke der Fleischstücke. Das Fleisch wird roh gedörrt. Wir lassen das Fleisch meist 5 Stunden in Ruhe dörren und schauen dann alle 30 Minuten, ob es fertig ist. Das das Dörren relativ lange dauert, empfiehlt es sich, morgens damit anzufangen und am Besten an Tagen, an denen man den ganzen Tag zuhause ist. Das Dörrgerät könnte zwar theoretisch auch unbeaufsichtigt in der Wohnung bleiben, uns persönlich ist das aber zu unsicher.

Vor- und Nachteile

Jetzt fragt ihr euch bestimmt, warum ihr euch den Aufwand überhaupt machen sollt. Schließlich kann man uns Katzen auch einfach mit rohem Fleisch erfreuen. Es stimmt natürlich, dass wir das in der Regel auch gerne fressen, und dass der hohe Stromverbrauch beim Dörren ein echter Nachteil ist, wenn man Leckerlis selber machen will. Es gibt aber auch einige Vorteile, für die es sich auf jeden Fall lohnt, den Aufwand zu betreiben:

  • Länger haltbar: Rohes Fleisch ist maximal 1-2 Tage im Kühlschrank haltbar. Wollt ihr euren Katzen also regelmäßig rohes Fleisch als Leckerli geben, müsst ihr es entweder einfrieren oder immer wieder frisches Fleisch nachkaufen. Gedörrte Leckerlis sind dagegen mehrere Wochen haltbar. Ihr könnt also in einem Rutsch eine große Menge herstellen und habt immer fertige Leckerlis zuhause.
  • Vielfältiger nutzbar: Dadurch, dass das gedörrte Fleisch so trocken ist, kann man es perfekt für Fummelbretter oder andere Spiele mit Leckerlis verwenden.
  • Intensiverer Geschmack: Durch das Entfernen des geschmacksneutralen Wasser ist der Geschmack des gedörrten Fleisches besonders intensiv.

Quietschie frisst gedörrtes Fleisch

Fazit

Brownie und mir hat das gedörrte Fleisch sehr gut geschmeckt. Ramses war noch etwas skeptisch und Yuki mochte nur das gedörrte Hühnchen. Alles in allem sind wir aber mit dem Ergebnis sehr zufrieden und werden sicher noch mehr davon herstellen. Ich könnte mir z.B. vorstellen, das Huhn vor dem Dörren noch in Käse oder Thunfischflüssigkeit einzulegen. Das schmeckt bestimmt auch super.

Gedörrte Leckerlis gibt es zwar auch im Geschäft zu kaufen, aber da weiß man ja leider nie, was genau drin ist. Schmackhafte Leckerlis selber machen; das ist außerdem ein tolles Gefühl.